Strukturpolitik ist Heimatpolitik

Heimatgefühl speist sich aus den unterschiedlichsten Quellen individueller und emotionaler Natur. Es lässt sich nicht planen und auch nicht erzwingen. Es gibt aber Voraussetzungen, die es Menschen erleichtert, sich zu Hause zu fühlen. Eine maßgebliche Voraussetzung ist, wahrgenommen und anerkannt zu werden.

Der Staat hat den Rahmen dafür zu setzen, dass nicht in weiten Gebieten Deutschlands das Gefühl des Zurückgelassenseins entsteht. Ich werde deshalb morgen nach Bernburg reisen und dort eine Reise durch die Bundesländer, meine Deutschlandreise, beginnen.

Ich möchte vor Ort sein, mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren und mir einen unmittelbaren Einblick von ihren Sorgen und Nöten verschaffen. Dies ist eine Selbstverständlichkeit für Politiker, die von den Bürgerinnen und Bürgern dafür gewählt werden, ihre Interessen zu vertreten.

In Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche ist diese Aufgabe besonders anspruchsvoll. Wir müssen die richtige Balance zwischen Sicherheit und Zukunftsoffenheit, zwischen Bewahren und Verändern finden. Ein zentrales Element dafür ist eine aktive Strukturpolitik, die auf Dezentralität und Regionalität setzt. Wohlstandsverteilung und gesellschaftlicher Zusammenhalt stehen in engem Zusammenhang. Je größer die Kluft zwischen Arm und Reich, desto prekärer der Zusammenhalt und desto problematischer die Entwicklungschancen. Sowohl der Einzelne als auch ganze Regionen können betroffen sein. Wo Infrastrukturen und Entwicklungschancen wegbrechen, gehen Perspektiven verloren, sinkt die Zuversicht und wächst die Wut.